Berlin. Der International Council on Clean Transportation (ICCT) hat mit seinen Emissionstests die VW-Lawine ins Rollen gebracht. Automobilwoche sprach mit Peter Mock, dem Geschäftsführer der unabhängigen Organisation, die auch alternative Antriebsarten erforscht.
Herr Mock, die Abgasstudien des ICCT haben die US-Umweltbehörde auf die Spur von VW gebracht. Wie kam es dazu?
Unser Ziel war es, die Abgasemissionen von Diesel-Pkw in den USA mit denen ähnlicher Fahrzeuge in Europa zu vergleichen. Hierzu gaben wir im Jahr 2013 Tests an drei Fahrzeugmodellen in den USA in Auftrag. Zu unserer großen Überraschung stellten wir dabei fest, dass zwei der getesteten Fahrzeuge zwar unter Laborbedingungen den gesetzlichen Grenzwert einhielten, jedoch beim normalen Fahren auf der Straße bis zu 35-mal höhere Emissionen aufwiesen. Nachdem wir unsere Testergebnisse schließlich 2014 veröffentlichten, nahm die US-Umweltbehörde weitere Untersuchungen auf.
Auffällig geworden sind ein VW Jetta und ein VW Passat. Warum hat sich der getestete BMW besser geschlagen? Und wieso fehlte ein Modell von Mercedes-Benz?
Wir hatten ursprünglich geplant, je ein VW-, BMW- und Mercedes-Modell zu testen. Für die Tests griffen wir auf ganz normale Mietwagen zurück. Da wir zum Zeitpunkt der Messungen vor Ort kein entsprechendes Mercedes-Fahrzeug ausleihen konnten, entschieden wir uns, stattdessen zwei VW-Modelle zu testen. Über die Tragweite dieser Entscheidung waren wir uns damals natürlich noch nicht bewusst. Der getestete BMW nutzt eine Kombination der LNT- und SCR-Abgasreinigungstechnologie. Die Testergebnisse aus den USA legen nahe, dass sich diese Kombination auch in der Praxis gut bewährt. In Europa ist die Kombination dieser beiden Technologien unseres Wissens derzeit noch nicht erhältlich.