München. Ungeachtet der seit Jahren verhaltenen Nachfrage bei Reifen mit Notlaufeigenschaften bringt der japanische Zulieferer Bridgestone eine neue Runflat-Technologie auf den Markt. Die "Drive Guard" genannte Bereifung soll in Europa ab März in 19 Sommer- und elf Wintergrößen zu haben sein. Die Preise dürften elf Prozent über jenen von Standardreifen Bridgestones liegen.
Um skeptische Kunden vorab zu überzeugen, versprechen die Statthalter der Japaner in Deutschland, Österreich und der Schweiz nichts weniger als eine "Revolution". Die technischen Kernelemente von "Drive Guard" sind Kühlrippen am Reifen sowie "stützende, verstärkte und sehr strapazierfähige Seitenwände" (Bridgestone). Diese Kombination soll bei einem Schaden, etwa Luftverlust infolge eines eingefahrenen Nagels, die Weiterfahrt über eine Distanz von 80 Kilometern bei einer Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h ermöglichen.
Da so problemlos eine Werkstatt zu erreichen sei, erspare "Drive Guard" Autofahrern "den Ersatzreifen, wodurch das Gewicht des Wagens und infolgedessen auch der Kraftstoffverbrauch reduziert werden". Überdies sollen "Drive-Guard"-Decken vollständig zu recyceln sein – "ein Vorteil", wirbt der Anbieter, "den kein anderes Reifenmobilitätssystem bietet".
Neue Produkte preisen zwar fast alle Reifenhersteller ähnlich vollmundig an, doch verfolgt die Branche den neuen Ansatz aus Fernost mit größter Aufmerksamkeit. Immerhin ist Bridgestone der weltweit größte Reifenkonzern und will mit "Drive Guard" nach eigenen Angaben "die Spielregeln der Reifenindustrie ändern".