München. Wut. Entsetzen. Und Sorgen um die Zukunft. Das sind die ersten Reaktionen vieler VW-Manager nach Bekanntwerden der Abgasaffäre. "Spitz formuliert – in wenigen Tagen vom Traumkonzern zur Trümmerbude", sagt eine Führungskraft. Die Automobilwoche zeichnet die wichtigsten Wegmarken des Skandals nach.
Am 14. September schien die VW-Welt noch in Ordnung. "Unsere Marken verkaufen nicht nur Autos und Technik", beendete Martin Winterkorn – damals noch strahlender VW-Chef – seine Rede auf der "Group Night" zum Start der IAA. "Sie stehen für eine Haltung", betonte er an jenem Montagabend, "für ein Lebensgefühl, für echte, bleibende Werte."
Nur vier Tage später gerät die VW-Welt ins Wanken. Am 18. September teilt die mächtige US-Umweltbehörde EPA aus Washington mit, dass VW in Dieselmotoren für den amerikanischen Markt eine spezielle Software einsetzt, um die Messung der Schadstoffemissionen zu manipulieren. Verkauft VW tatsächlich "nicht nur Autos und Technik" – sondern womöglich auch die Kunden für dumm?
Am Sonntag, 20. September, muss VW gestehen. Ein Sprecher des Zwölf-Marken-Konzerns räumt offiziell ein, dass es in den USA zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei. Winterkorn lässt eine drastische Erklärung verbreiten: "Ich persönlich bedauere zutiefst, dass wir das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit enttäuscht haben", so der Topmanager. Und: "Klar ist: Volkswagen duldet keine Regel- oder Gesetzesverstöße jedweder Art."