Hamburg. Es ist ein Lichtblick für VW in trüben Zeiten: Der neue Konzernchef Matthias Müller und der Vorstandschef der VW-Hauptmarke, Herbert Diess, arbeiten reibungslos zusammen. „Viele von uns sehen das mit großer Erleichterung“, sagte ein hochrangiger VW-Manager der Automobilwoche. „Immerhin hat Müllers Vorgänger Martin Winterkorn intern gern betont, dass er es war, der um Diess' Dienste geworben hatte – nun allerdings steht Müller an der Spitze.“
Der frühere BMW-Entwicklungschef Diess ist seit Juli Vorstandsvorsitzender der Kernmarke VW Pkw. Sowohl er als auch Müller hatten lange zur Riege der Kronprinzen für die Nachfolge Winterkorns gezählt. Der langjährige VW-Chef war am 23. September im Zuge der Abgas-Affäre zurückgetreten.
Zwei Chefs auf einer Linie
Müller will bei VW strategisch maßgebliche Funktionen auf Konzern- und Markenebene trennen. Mit Erstaunen registrierten VW-Manager einen Einblick in die Arbeit des Konzernvorstands, den der VW-Chef vor Kurzem bei einem Treffen der Führungskräfte gab: „Wir haben uns entschieden, die Volumenmarken nicht in einer eigenen Gruppe zusammenzufassen“, ließ Müller wissen. „Volkswagen – mit Verantwortung für den Modularen Querbaukasten –, Škoda und Seat werden jeweils durch ein Mitglied des Konzernvorstands in diesem Gremium vertreten.“
Insidern zufolge trug Diess die Kehrtwende mit, obwohl er alsChef einer Volumengruppe nochmals größeren Einfluss erlangt hätte. „Da haben wir großes Glück“, so ein VW-Manager. „Es wäre nicht auszumalen, wenn mitten in unseren Aufräumarbeiten nach Vahland noch ein Topmanager gehen würde.“ Škoda-Vorstandschef Winfried Vahland hatte den VW-Konzern Mitte Oktober verlassen (Automobilwoche 22/2015).