Hamburg. Mitten in der Abgas-Affäre von VW hat der russische Industrie- und Handelsminister Denis Walentinowitsch Manturow dem kriselnden deutschen Autokonzern moralische Unterstützung verschafft. "Volkswagen ist in Russland sehr effektiv tätig und wendet dabei die besten technologischen Lösungen an", sagte Manturow der Deutschen Presse-Agentur. Ein Beispiel dafür sei die vor Kurzem erfolgte Eröffnung eines VW-Anlagenkomplexes für die Herstellung von Verbrennungsmotoren in Kaluga, rund 170 Kilometer südwestlich der Kapitale Moskau. Damit könne das Unternehmen seine Produktion in Russland ausbauen.
Der Skandal um manipulierte Abgaswerte treffe Russland bisher nicht, erklärte der Minister. Volkswagen habe "zum jetzigen Zeitpunkt" keinerlei Probleme mit den Normen und Standards in Russland. Das zeigten Daten der zuständigen Behörde Rosstandard, und die Beurteilung gelte für alle Töchter des Zwölf-Marken-Konzerns.
VW-Modelle vom Stadtflitzer bis hin zum schweren Nutzfahrzeug
VW erhalte im größten Land der Erde staatliche Unterstützung, sagte Manturow. "Es ist eine Menge Geld." Im Gegenzug erfülle der Autobauer alle Vereinbarungen mit der Russischen Föderation. Dabei soll vor allem die Regionalisierung gefördert werden. "Den Marktvorteil werden Anbieter mit dem höchsten Lokalisierungsgrad haben", meinte der 46-jährige Spitzenpolitiker.
Auf dem kriselnden Automarkt Russland war auch der VW-Absatz zuletzt deutlich gesunken. Manturow betonte, inzwischen sei die Nachfrage aber auch dank staatlicher Förderprogramme wieder gestiegen. Volkswagen produziert seit 2007 in Russland und verkaufte 2014 dort nach eigenen Angaben 260.000 Fahrzeuge. Im Werk Kaluga werden der Kleinwagen Polo als Limousine und das SUV Tiguan von Volkswagen sowie der kompakte Skoda Rapid montiert. Am Standort St. Petersburg fertigen die VW-Tochtergesellschaften Scania und MAN Truck & Bus für den Einsatz im östlichen Flächenstaat vorgesehene Lastkraftwagen (Mit Material von dpa)