Hamburg. Der VW-Konzern erwägt nach einem Bericht der Automobilwoche die Entsendung von reisenden Reparaturexperten bei der Bewältigung seiner Diesel-Krise. Laut Informationen der Branchen- und Wirtschaftszeitung lässt VW-Markenchef Herbert Diessfür einige europäische Märkte die Abstellung von „Flying Doctors“ prüfen. Nach dem Muster eines Service-Programms des VW-Luxuslabels Bugatti würden die Monteure zu ausgesuchten Flottenkunden reisen und dort in betroffenen Fahrzeugen den gitternetzartigen Transformator am Luftmassenmesser anbringen, mit dem VW den Stickoxid-Ausstoß in den Griff bekommen will.
Der Selbstzünder des Typs EA 189 soll in Deutschland einen neuen Strömungstransformator erhalten, um die Emission von Stickoxiden zu reduzieren. Zudem sind Software-Updates geplant. „Auf Grundlage dieser, vom Kraftfahrt-Bundesamt akzeptierten, technischen Maßnahmen werden für die betroffenen EU28-Märkte aktuell die notwendigen Servicekonzepte erarbeitet“, heißt es in einer Mitteilung aus der VW-Zentrale.
Kostspieliges Konzept
Die Flying Doctors sind nur eine Maßnahme, die VW zur schnellen Umrüstung der betroffenen Fahrzeuge plant. „Je nach landesspezifischen Rahmenbedingungen wie der konkreten Ausgestaltung der Händlerverträge kommen aber auch eine vorübergehende Ausweitung der Werkstattkapazitäten und die Einstellung neuen Personals in Betracht“, zitiert die Automobilwoche eine damit vertraute VW-Führungskraft. Intern kontrovers diskutiert werden die möglichen Kosten „fliegender Doktoren“ – das Bugatti-Konzept gilt als teuer.