Wie froh sind Sie, dass die Plattform noch einen Verbrenner aufnehmen kann?
Dies war sicher ein kluger Schritt. Der Vorzug dieser Plattform ist es, dass ich über einen querliegenden Motor beide Antriebe – elektrisch und hybrid – ohne jegliche Kompromisse anbieten kann. Den neuen, hocheffizienten Verbrennungsmotor haben wir eigens dafür entwickelt. So behalten wir angesichts der Unsicherheiten in Verbindung mit dem weltweiten Elektrohochlauf die volle Flexibilität.
Mit welcher Verteilung der Antriebe rechnen Sie beim CLA?
Auf der ganzen Welt hat man in Bezug auf den Elektrohochlauf schon Prognosen abgegeben, die korrigiert werden mussten. Da dies von so vielen Faktoren wie gesetzlichen Vorgaben, Subventionen oder Ladeinfrastruktur abhängig ist, sind Vorhersagen praktisch nicht möglich. Unser Vorteil ist, dass wir über unsere Modulstrategie auch die Zulieferströme je nach Bedarf steuern können. Das ist die beste Vorbereitung in diesen volatilen Zeiten.
Die Verbrenner-Motoren kommen von Geely aus China. Passt das zu Mercedes?
Der Motor ist zu 100 Prozent hier von unseren Ingenieuren in Sindelfingen und Untertürkheim entwickelt worden, also 100 Prozent Mercedes. Wir haben uns bei der Produktion schon immer auf ein internationales Netzwerk verlassen. Dabei ist wichtig, dass wir bei der Qualität keinerlei Abstriche machen.
Entscheidend wird am Ende der Preis. Liegen Sie mit dem CLA jenseits der 50.000 Euro?
Die Preisgestaltung ist noch nicht abgeschlossen. Ich bin aber sicher, wir werden mit einem attraktiven Angebot aufwarten können. Die Kunden erhalten ein Fahrzeug mit unglaublicher Substanz. Wir haben alles neu entwickelt. Allein der Sprung beim Infotainment mit dem MBUX Superscreen und unseren KI-Agenten ist enorm, aber auch bei den verwendeten Materialien wie Glas, Leder und Metall oder der elektrischen Reichweite. Wir sprechen hier von einer völlig neuen Ebene für dieses Segment.
Sie haben die Modellstrategie insgesamt angepasst und bringen nochmals mehr Verbrenner. Was kostet das?
Wir haben den Höhepunkt bereits überschritten, was die Investitionen angeht. Die Motoren für die neue EU7-Abgasgesetzgebung sind in der Erprobung. Die Umstellung erfolgt im nächsten Jahr. Für uns war immer klar, dass wir die Verbrenner-Motoren auf die nächste Emissionsstufe heben. Uns kommt entgegen, dass wir unser Motorenportfolio bereits umfassend modernisiert haben. Insofern hält sich der Aufwand nun in Grenzen.
Sie wollten mit der neuen Generation von Fahrzeugen Komplexität herausnehmen. Ist das gelungen?
Vergleichen Sie allein die Motorenvielfalt. Bei der aktuellen Kompaktwagengeneration haben wir einen Diesel und zwei Benziner, dazu Plug-in-Hybride. Jetzt gehen wir von drei auf einen Benziner mit 48V-Hybrid, der aufgrund seiner sehr hohen Effizienz den Diesel überflüssig macht. Also haben wir bereits deutlich Komplexität herausgenommen. Dazu kommt eine intelligente Modulstrategie, die ebenfalls Kostensenkungen bringt. Wir sind hier einen großen Schritt vorangekommen.