Hamburg. Ein stupender Tag für Continental. An seinem deutschen Standort Gifhorn unweit Wolfsburgs sollen nach aktuellen Plänen des Fahrzeugzulieferers 680 Arbeitskräfte entfallen. In der chinesischen Conti-Fabrik Hefei hingegen, keine 400 Kilometer entfernt von Wuhan, steht nicht allein bei der Fertigungskapazität eine massive Aufstockung an. "Durch den Werksausbau wird die Zahl der Arbeitsplätze von heute 1150 auf 2700 steigen", annoncierte Conti-Vorstandsmitglied Nikolai Setzer. Gut 250 Millionen Euro werde das Unternehmen für dieses Projekt in den Standort im Reich der Mitte investieren.
Beide Meldungen sorgten am selben Mittwoch, 3. Juni, für erhebliches Aufsehen: Drohende Kündigungen hier, selbstbewusste Ankündigungen dort. Kein Wunder mithin, dass Betriebsrat sowie Beleg- und Gewerkschaft in und um Gifhorn nun besonders aufgebracht sind. Vordergründig sieht es ja wirklich so aus, als würde das Unternehmen ohne jegliches Fingerspitzengefühl vorgehen. Als werde es bald leichtfertig die Chance vertun, Hunderte Arbeitsplätze hierorts zu sichern, indem es die beträchtlichen Finanzmittel nicht besser nur wenige Kilometer ost-, sondern gleich Tausende Kilometer westwärts von Hannover einsetzt.