Berlin. Es geht um die Zukunft alternativer Antriebe speziell und damit die Zukunft der deutschen Autoindustrie generell: Auf der „Nationalen Konferenz der Bundesregierung – Elektromobilität: Stark in den Markt“ treffen sich in der Bundeshauptstadt am 15. und 16. Juni hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft in zahlreichen Einzelforen und Plenumssitzungen zum Gedanken- und Schlagabtausch. Unter anderen mit dabei: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Daimler-Chef Dieter Zetsche, VDA-Präsident Matthias Wissmann und Henning Kagermann, der Vorsitzende der Nationalen Plattform Elektromobilität. Bei der Gründung der Plattform vor fünf Jahren war ein ambitioniertes Ziel ausgegeben worden: Im Jahr 2020 sollen eine Million E-Autos auf deutschen Straßen rollen. Diese Vorgabe scheint inzwischen weniger realistisch denn je, obwohl nicht nur rein batterieelektrische Fahrzeuge, sondern auch Plug-in-Hybridantriebe miteingerechnet werden: 2014 waren in Deutschland von den gut drei Millionen Neuwagen gerade einmal 8522 reine Elektrofahrzeuge und 27.435 Hybridautomobile.
Forderung nach Förderung
Daher wird die Branche in Berlin erneut auf Impulse in Form finanzieller Fördermaßnahmen für E-Mobile oder Sonderrechte wie die Nutzung von Busspuren drängen. Besonders stark frequentiert dürfte das Forum „Rahmenbedingungen und Marktanreize“ am zweiten Tag der Regierungs- und Industrierunde werden. VW-Konzernchef Martin Winterkorn hatte im Gespräch mit der Automobilwoche vor Kurzem die seiner Einschätzung nach größten Gefahren für Europas führenden Fahrzeughersteller benannt: „Die Digitalisierung zu verschlafen – und bei den neuen Antriebsarten auf die falschen Konzepte zu setzen.“