Genf/Hannover. Audi-Chef Rupert Stadler verweist darauf, dass das EU-Flottenziel von 95 Gramm CO¬2 je Kilometer auf Grundlage des bisherigen Fahrzyklus NEFZ verabschiedet wurde. „Wir respektieren die 95 Gramm und arbeiten uns an dieses Ziel heran, unter den damals besprochenen Rahmenbedingungen. Es ist nicht zielführend, diese Bedingungen jetzt wieder ändern zu wollen“, sagte Stadler der Automobilwoche. Die in Brüssel derzeit diskutierte Frage, wie die bisherigen CO¬2-Grenzwerte auf den künftigen Fahrzyklus angepasst werden, sorgt für Verunsicherung. Experten gehen davon aus, dass mit dem WLTP die Verbrauchsangaben um rund ein Viertel aufgestockt werden müssen. „Als die CO2-Zielwerte für 2021 definiert wurden, hatten wir das klare Verständnis, dass eine mögliche Veränderung des Testzyklus nicht zu einer Verschärfung dieser Ziele führen darf. Das ist im Moment nicht ganz so eindeutig“, sagte Daimler- Chef Dieter Zetsche in Genf. Bei BMW hemmt die aktuelle Situation die Entwicklung: „Solange der WLTP nicht geklärt ist, besteht für mich, der ich dafür die Technologien liefern muss, noch eine gewisse Unsicherheit“, sagte der neue BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich der Automobilwoche. „Mir ist wichtig, dass die EU-Kommission rechtzeitig Regeln festlegt. Das Schlimmste ist, wenn eine Regulationsdiskussion sehr lange dauert.“
Strengere CO2-Vorgaben
Verschärfung durch die Hintertür
Die deutsche Autoindustrie wehrt sich gegen eine Verschärfung der CO2-Grenzwerte in Europa durch die Hintertür. Die Branche befürchtet, mit der für 2007 von der Europäischen Union geplanten Einführung des neuen Fahrzyklus WLTP könnten noch strengere Verbrauchsvorgaben und damit Milliardenausgaben auf sie zukommen. „Das wäre nicht fair von den Behörden“, sagte dazu Conti-Vorstandschef Elmar Degenhart bei der Vorstellung der Jahresbilanz.