New York. Der VW-Konzern will sein Engagement als industrieller Mäzen von Kunst und Kultur ausweiten. Wie Vorstandschef Martin Winterkorn jüngst in der Szene-Metropole New York ankündigte, wird der Fahrzeughersteller seine Kooperation mit dem Museum of Modern Art (MoMA) um zwei Jahre verlängern. Die weltberühmte Einrichtung in Manhattan gilt als erste Adresse für zeitgenössische Kunst. VW fördert das MoMA bereits seit 2011. Den finanziellen Umfang der Unterstützung nennen die Wolfsburger nicht. Von der Verbindung zu renommierten Künstlern und einem Sponsoring viel beachteter Kultur-Events erhoffen sich auch andere Autobauer und Zulieferer positive Abstrahleffekte auf das eigene Bild in der Öffentlichkeit. Legendär sind etwa die Auftragsarbeiten der Pop-Art-Ikone Andy Warhol für den Daimler-Konzern. Die Robert-Bosch-Stiftung des gleichnamigen Lieferanten ist unter anderem im Bereich der Film- und Literaturförderung aktiv.
VW-Chef Winterkorn hatte im Interview mit der Automobilwoche schon vor zwei Jahren annonciert, das Kultursponsoring zu stärken: „Das Thema Verantwortung hat viele Aspekte“, sagte der Manager. „Man muss Kernbotschaften vorleben.“ In New York führte Winterkorn diese Gedanken jetzt weiter: „Volkswagen ist das Auto“, sagte er mit Blick auf den einschlägigen Werbeclaim des Unternehmens. „MoMA ist das Museum.“ Die Fortsetzung der Partnerschaft belege „das Engagement von Volkswagen für Gesellschaft, Kultur und Bildung“. Dabei passe „der Anspruch des MoMA, Kunst und Wissen für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen, hervorragend zu Volkswagen“. Vor diesem Hintergrund will VW in Zukunft eine tragende Rolle bei der Förderung des MoMA-Bildungsangebots spielen. Im Mittelpunkt stehen soll die Erweiterung digitaler Lernofferten für User rund um die Welt. Neben einer Vielzahl von Online-Kursen bietet das MoMA bereits interaktive Apps und kostenfreie Downloads für Kunstsinnige aller Altersgruppen an. Jährlich greifen rund 900.000 Menschen darauf zu.
Lob für den Gast aus Europa
Mit der erneuten finanziellen Förderung des 1929 als Bildungseinrichtung gegründeten Museums wolle man „den Zugang zu den enormen künstlerischen und wissenschaftlichen Ressourcen des MoMA und dessen Kunstsammlung weiter verbessern“, heißt es bei VW. Zugleich sollen „neue Wege für den Kontakt zwischen Nutzern, Künstlern und Kunstwerken eröffnet werden“. Winterkorn gibt die Richtung vor: „VW will Mobilität für jedermann bieten. Und das MoMA will ein Museum für jedermann sein.“ So wichtig ist der VW-Einsatz für das MoMA über die vergangenen vier Jahre geworden, dass es den VW-Chef nun geehrt hat – für „Verdienste um die Förderung von Kunst- und Kulturinstitutionen“. Im Beisein der Künstlerin und John-Lennon-Witwe Yoko Ono hob Laudator Glenn Lowry das Bemühen Winterkorns hervor, die schönen Künste genauso wie erschwingliche Autos einem möglichst breiten Kreis von Interessenten zugänglich zu machen. Das Fazit des MoMA-Direktors: „VW teilt unsere Verpflichtung.“