Rüsselsheim/Berlin. Der Autobauer Opel hält nach der Niederlage seines Werbepartners Borussia Dortmund (BVB) im DFB-Pokalfinale 2015 und dem Abschied von Markenbotschafter Jürgen Klopp als Trainer des Erstligisten am Fußballsponsoring fest. „Deutsch, aufregend, nahbar – das sind Werte, die nationale Partien wie das Endspiel in Berlin ausmachen“, erklärte Opel-Marketingdirektor Andreas Marx am Rande des Matches in der Hauptstadt. „Und für eben diese Werte sollen auch unsere Autos stehen.“ Von den Skandalen bei der FIFA und dem Rücktritt des umstrittenen Verbandschefs Joseph Blatter lassen sich die Rüsselsheimer nicht beirren: „Es bestehen keine direkten Geschäftsbeziehungen zwischen Opel und dem Weltfußballverband FIFA“, sagte ein Sprecher auf Anfrage und fügte hinzu: „Unsere Partner sind die Vereine. Die Vorkommnisse bei der FIFA haben daher keine Auswirkungen auf unser Sponsoring-Engagement im Fußball.“ Mit der von Opel-Chef Karl-Thomas Neumann angestoßenen Modelloffensive wolle die deutsche GM-Tochter „unter anderem jüngere Zielkunden ansprechen“, so Marx, da passe Fußball als Werbebühne weitaus besser ins Konzept als etwa der von vergleichsweise vielen Senioren bevorzugte Golfsport. Doch neben Werbeaktionen für Fans des BVB sowie der Bundesligisten Bayer Leverkusen, Mainz 05 und SC Freiburg, bei denen sich Opel ebenfalls als Sportsponsor engagiert, nutzt der Hersteller das Engagement auch zur Motivation seiner Händler.
Conti geht in die Regionen
So veranschaulicht Marx bei Präsentationen vor den Vertriebspartnern das als „Umparken im Kopf“ bekannte Change Management bei Opel gern mit Charts, die Analogien vom Bolzplatz aufzeigen. „Von Sepp Herbergers 2-3-5-System über Franz Beckenbauers 3-5-2-Spielanlage bis hin zum heute gepflegten 4-2-3-1 mit Doppel-6 hat es im Fußball enorme Veränderungen gegeben – und die gibt es bei Opel ebenso.“ Auch der Zulieferer Continental ist vom hohen Wert der Fußballförderung überzeugt. Zwar haben die Hannoveraner ihr langjähriges WM-Sponsoring nach dem Turnier 2014 in Brasilien eingestellt. Regional engagiert sich der Konzern aber umso stärker, etwa rund um die Europameisterschaft 2016 in Frankreich, Major League Soccer auf dem wichtigen US-Markt und den AFC Asian Cup 2015 in Australien. Bis zum Jahr 2018 ist Continental Sponsor des chinesischen Verbands.