Nachdem der Ansatz nicht funktionierte, schwenkte Genesis auf den Vertrieb über Händler im Agenturmodell um. Anfang 2024 startete die Marke mit sieben Autohausgruppen. Im Lauf des Jahres kamen weitere Partner hinzu. Doch der erhoffte Erfolg stellte sich offenbar erneut nicht ein. "Kurzfristig planen wir mit einem vierstelligen Absatz, mittelfristig rechnen wir mit einer fünfstelligen Zahl im niedrigeren Bereich", sagte Matthias Wollenberg der Automobilwoche im Frühjahr 2024.
Das dürfte nur mit massiven Investitionen klappen, meinen Händler. Aktuell sei das Geschäft sehr kleinteilig: "Wunderschöne Fahrzeuge, aber geringe Stückzahlen", sagte unlängst Heinz-Dieter Tiemeyer der Automobilwoche. Vorstandsvorsitzender der Tiemeyer Gruppe. Diese hatte 2023 die Darmas Gruppe, Deutschlands größten Hyundai-Partner übernommen und hält zwei Genesis-Vertriebsverträge. "Um sich langfristig durchzusetzen, müsste Genesis verstärkt in Marketing, Markensichtbarkeit und den Ausbau der Standorte investieren", erklärt Tiemeyer. Eine Herausforderung sei daneben die geplante vollständige Elektrifizierung der Modellpalette ab 2025, so Tiemeyer weiter. Entwickle sich die Marke konsequent weiter, sehe er bei Genesis aber durchaus Potential, sich langfristig zu etablieren.
Für Kunden und Händler soll sich durch die Integration zunächst nichts ändern. Beide Marken sollen weiter eigenständig nebeneinander bestehen bleiben. Auch am Agenturmodell soll erst einmal nicht gerüttelt werden, ist aus Unternehmenskreisen zu hören. Derzeit sei nur klar, dass Genesis integriert werde, alle weiteren Details müssten noch entschieden werden. Das gilt auch im Hinblick auf eine mögliche Weiterentwicklung des Händler- und Servicenetzes.
Mit der Entscheidung nun folgt Genesis dem Markt in Großbritannien. Dort fiel bereits Ende 2023 die Entscheidung, Genesis unter das Dach von Hyundai schlüpfen zu lassen.